Sonett III/I: Ein Gott vermags  

Home • About Me • Seminars • Contact Me • Mailinglist • Search • Books • Web Links • In German

My Essays
Psychoanalysis
Philosophy
Theology
Mathematics
Physics
Literature
Images

 

Philosophy

Psychoanalysis

Religion

Theologie

Theology

Lacan

Physics

Mathematics

Psychotherapy

Thinking

Up • Erste Elegie • Zweite Elegie • Dritte Elegie • Vierte Elegie • Fünfte Elegie • Sechste Elegie • Siebente Elegie • Achte Elegie • Neunte Elegie • Sonett III/I: Ein Gott vermags • Sonett XIII/I: Apfel • Sonett XXII/I: Wir sind die Treibenden • Sonett I/II: Atmen • Sonett III/II: Spiegel • Sonett XIII/II: Abschied • Sonett XV/II: Brunnen • Sonett XXIX/II: Ich bin • Schlußstück • Archaischer Torso Apollos • Die Flamingos • Dame vor dem Spiegel • An die Musik • Buddha in der Glorie • Liebeslied • Grabspruch

 

Rainer Maria Rilke  (1875-1926):



Ein Gott vermags. Wie aber, sag mir, soll
ein Mann ihm folgen durch die schmale Leier?
Sein Sinn ist Zwiespalt. An der Kreuzung zweier
Herzwege steht kein Tempel für Apoll.

Gesang, wie du ihn lehrst, ist nicht Begehr,
nicht Werbung um ein endlich noch Erreichtes;
Gesang ist Dasein. Für den Gott ein Leichtes.
Wann aber sind wir? Und wann wendet er

an unser Sein die Erde und die Sterne?
Dies ists nicht, Jüngling, Dass du liebst, wenn auch
die Stimme dann den Mund dir aufstößt, - lerne

vergessen, dass du aufsangst. Das verrinnt.
In Wahrheit singen, ist ein andrer Hauch.
Ein Hauch um nichts. Ein Wehn im Gott. Ein Wind.


Rainer Maria Rilke, zwischen dem 2. und 5.2.1922, Chateau de Muzot

 

___________________________________________

Hit Counter