Sonett XXII/I: Wir sind die Treibenden  

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Rainer Maria Rilke  (1875-1926):


Wir sind die Treibenden.
Aber den Schritt der Zeit,
nehmt ihn als Kleinigkeit
im immer Bleibenden.

Alles das Eilende
wird schon vorüber sein;
denn das Verweilende
erst weiht uns ein.

Knaben, o werft den Mut
nicht in die Schnelligkeit,
nicht in den Flugversuch.

Alles ist ausgeruht:
Dunkel und Helligkeit,
Blume und Buch.


Rainer Maria Rilke, zwischen dem 2. und 5.2.1922, Chateau de Muzot

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