Sonett I/II: Atmen  

Home • About Me • Seminars • Contact Me • Mailinglist • Search • Books • Web Links • In German

My Essays
Psychoanalysis
Philosophy
Theology
Mathematics
Physics
Literature
Images

 

Philosophy

Psychoanalysis

Religion

Theologie

Theology

Lacan

Physics

Mathematics

Psychotherapy

Thinking

Up • Erste Elegie • Zweite Elegie • Dritte Elegie • Vierte Elegie • Fünfte Elegie • Sechste Elegie • Siebente Elegie • Achte Elegie • Neunte Elegie • Sonett III/I: Ein Gott vermags • Sonett XIII/I: Apfel • Sonett XXII/I: Wir sind die Treibenden • Sonett I/II: Atmen • Sonett III/II: Spiegel • Sonett XIII/II: Abschied • Sonett XV/II: Brunnen • Sonett XXIX/II: Ich bin • Schlußstück • Archaischer Torso Apollos • Die Flamingos • Dame vor dem Spiegel • An die Musik • Buddha in der Glorie • Liebeslied • Grabspruch

 

Rainer Maria Rilke  (1875-1926):


Atmen, du unsichtbares Gedicht!
Immerfort um das eigne
Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
in dem ich mich rhythmisch ereigne.

Einzige Welle, deren
allmähliches Meer ich bin;
sparsamstes du von allen möglichen Meeren, -
Raumgewinn.

Wieviele von diesen Stellen der Raume waren schon
innen in mir. Manche Winde
sind wie mein Sohn.

Erkennst du mich, Luft, du, voll noch einst meiniger Orte?
Du, einmal glatte Rinde,
Rundung und Blatt meiner Worte.


Rainer Maria Rilke, 23.2.1922, Chateau de Muzot

 

___________________________________________

Hit Counter